Ausbildung in der Pflege: #1 Altenpflege

Die Ausbildung in der Altenpflege hat sich mit Inkrafttreten des neuen Pflegeberufegesetzes grundlegend geändert. Durch das Gesetz entsteht ab dem Schuljahr 2020/21 ein neues Berufsbild, welches drei Pflegebereiche zusammenführt. Wie du Altenpflegerin werden kannst und welche Anforderungen du erfüllen musst, verrät dir der Beitrag.

Die klassische Ausbildung in der Altenpflege erneuert sich grundlegend

Das neue Pflegeberufegesetz möchte erreichen, dass ein völlig neues Berufsbild entsteht.  Dazu führt es die drei bisherigen Fachberufe der Pflege, die bisher alle eine gesonderte dreijährige Ausbildung im Bereich Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erforderten, zusammen. Die neue Pflegeausbildung wird damit generalistisch durchgeführt. Nach der Ausbildung kannst du Menschen aller Altersstufen und in allen Versorgungsbereichen pflegen. Die Vorteile sind:

  • Nach der Ausbildung stehen dir bessere Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten zur Verfügung.
  • Der Berufsabschluss ist generalistisch und wird automatisch auch in anderen EU-Ländern anerkannt.
  • Alle drei ehemaligen Berufsfelder vereinen sich zu einem Berufsbild.
  • Am Ende der Ausbildung erwirbst du den Titel Pflegefachfrau oder  Pflegefachmann. Das ist die neue Berufsbezeichnung.
  • Mit derAusbildung erlangst du Grundkompetenzen in allen Bereichen der Gesundheits-, Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege.
  • Die klassische Ausbildung zur/m examinierten Altenpfleger/in läuft aus und ab 01. August 2020 beginnt die generalistische Ausbildung.
  • Möchtest später als Pflegefachfrau oder -mann explizit in der Altenpflege arbeiten, musst du neben der pflegerischen Grundausbildung in allen Bereichen einen vertiefenden Ausbildungseinsatz in der Altenpflege im letzten Ausbildungsjahr absolvieren.

So verläuft die neue Pflegeausbildung

  • Als generalistisch ausgebildete Pflegefachkraft wirst du in der Lage sein, in allen Bereichen der Pflege zu arbeiten. Dazu gehören stationäre, ambulante und Langzeitpflege, psychiatrische Versorgung, Akutpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege.
  • Zunächst musst du dich um eine geeignete Ausbildungseinrichtung kümmern und dich bei einer Pflegeschule um einen Schulplatz bewerben. Die praktische Ausbildung kannst du an für die Ausbildung zugelassenen Krankenhäusern, voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen sowie ambulanten Pflegediensten, welche Versorgungsverträge mit Pflege- oder Krankenkassen haben, durchführen.
  • Dieser Träger der praktischen Ausbildung, also deine Einrichtung, schließt mit dir einen Ausbildungsvertrag ab, trägt die Verantwortung für deine praktische Ausbildung und erstellt deinen Ausbildungsplan. Möchtest du nach dem Abschluss der Ausbildung in der Altenpflege tätig sein, musst du im Ausbildungsvertrag einen entsprechenden Vertiefungseinsatz vereinbaren.
  • Wählst du im Ausbildungsvertrag den Vertiefungseinsatz der stationären Langzeitpflege oder der ambulanten Akut- und Langzeitpflege mit Ausrichtung auf die Langzeitpflege kannst du für das letzte Ausbildungsdrittel den gesonderten Berufsabschluss „Altenpfleger/-in“ wählen. Auch deine Abschlussprüfung richtet sich danach. Die praktische Abschlussprüfung findet dann in einer Einrichtung der Altenhilfe statt.
  • Insgesamt dauert die Ausbildung 3 Jahre in einer Vollzeitausbildung. Du kannst sie auch verkürzen, wenn du vorher eine pflegerische Helferausbildung absolviert wurde. Auch eine Teilzeitausbildung ist möglich, dann berufsbegleitend für maximal 5 Jahre.
  • In Fort- und Weiterbildungen kannst du dich nach der Ausbildung weiter spezialisieren und dir vertiefte Kenntnisse aneignen.

Was kostet die Ausbildung?

Für dich als Auszubildende/r kostet die Ausbildung nichts. Früher musste an fast allen privaten Pflegeschulen Schulgeld gezahlt werden, das entfällt durch das Pflegeberufegesetz vollständig. Die Ausbildungsfinanzierung wurde komplett neu geregelt, sie läuft jetzt über einen Landesausbildungsfonds. Alle Lehr- und Lernmittel, die du für den Unterricht in der Pflegeschule benötigst, muss die Pflegeschule in ausreichender Zahl anschaffen und dir kostenlos zur Verfügung stellen. Deine Einrichtung ist zudem verpflichtet, alle Ausbildungsmittel wie Apparate, Instrumente oder Fachbücher, die du zur praktischen Ausbildung und zum Ablegen der staatlichen Abschlussprüfung benötigst, ebenfalls kostenlos zur Verfügung zu stellen. Nur zusätzliche Arbeitsmittel, wie Papier, Stifte, Schulplaner, oder Schultasche musst du selbst bezahlen.
Das Pflegeberufegesetz hat sich für eine einheitliche tarifliche Vergütung entschieden: Im ersten Ausbildungsjahr erhältst du 1100 Euro/Monat, im zweiten 1150 Euro/Monat und im dritten 1250 Euro/Monat (brutto). Nach der Ausbildung liegt dein Einstiegsgehalt im Durchschnitt bei 2300 Euro im Monat, nach drei Jahren bei 2700 Euro und mit einer zusätzlichen Weiterbildung bei 3300 Euro (brutto).

Die primärqualifizierende Pflegeausbildung an Hochschulen

Du kannst deine Pflegeausbildung auch an einer Hochschule zu absolvieren. Dieses Pflegestudium eröffnet dir zahlreiche Aufstiegschancen und Karrieremöglichkeiten, die du mit der generalistischen Ausbildung nicht erhalten würdest. Du erhältst die gleichen Inhalte der beruflichen Ausbildung, zusätzlich aber auch die Kompetenzen zur Steuerung und Gestaltung hochkomplexer Pflegeprozesse.
Das Studium dauert drei Jahre. Du erlebst jedoch keine Spezialisierungsmöglichkeit. Die benötigten Praxiseinsätze leistest du ebenfalls in Einrichtungen der ambulanten und/oder stationären Akut- und Langzeitpflege ab.
Die Zugangsvoraussetzungen ergeben sich aus den landesrechtlichen Regelungen zum Hochschulzugang – neben dem Abitur gibt es auch viele andere Wege, die den Zugang zum Studium eröffnen. Z.B. kannst du eine im Vorfeld abgeschlossene Pflegeausbildung auf das Pflegestudium anrechnen lassen. Damit lässt sich dein Studium um die Hälfte der Zeit verkürzen.
Nach einer staatlichen Prüfung wirst du am Ende deines Studiums einen akademische Grad durch die Hochschule verliehen bekommen. Du erhältst die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau/-mann in Verbindung mit dem akademischen Grad.

schule - Martin Polo
Die Ausbildung in der Altenpflege verläuft heute generalistisch. (Bild: Pixabay/Martin Polo)

 

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