Bier brauen zu Hause

Bier brauen zu Hause? Geht nicht? Geht doch! Kräftig bitter oder mild und süß – wie magst du dein Bier am liebsten? Wenn du deine Küche zu einer Mini-Brauerei umbauen möchtest, erfährts du im Beitrag, wie du dir dein Bier ganz einfach selbst brauen kannst.

Für den eigentlich Brauprozess solltest einen ganzen Tag einplanen. Danach übernehmen dann Hefe, 10 g Hopfen und Braumalz die Arbeit allein. Die Gärung beginnt dann und in drei bis fünf Wochen kannst du dein eigenes Bier genießen.

Zutaten für 40 Flaschen: 20 l Wasser, 20 kg Malz und Hopfen, Bierspindel (mit der man die Stammwürze des Bieres misst), 40 g Bierhefe, Jod, 2 große Eimer, Kochthermometer, ein altes Betttuch oder Sieb, 20 Liter Topf, 40 Bierflaschen (0,5 L Fassungsvermögen) mit Bügelverschluss, Zucker

  1. Maischen: Malz und Wasser vermischen und unter ständigem Rühren erhitzen. Das löst die Stärke aus dem Malz heraus und wandelt sie in Zucker um. Das Maischen ist ausschlaggebend für den späteren Geschmack und die Farbe des Bieres. Bei 68 Grad solltest du das Gemisch mindestens eine Stunde immer wieder umrühren.
  2. Jodtest: Mit dem Jodtest überprüfst du, ob die Enzyme richtig gearbeitet haben und noch Stärke vorhanden ist. Gib dafür einige Tropfen der Wasser-Malz-Mischung auf einen Unterteller. Betröpfle dieses mit ein paar Jodtropfen.Verfärbt sich die Probe blau/rot: Die Enzyme brauchen noch etwas. Die Maltoserast noch etwas verlängern. *** Bleibt die Probe braun/gelb: alles bestens – Nun alles einmal auf 77°C aufheizen und dabei weiterrühren zur Endverzuckerung. So lassen sich auch andere Enzyme und Mikroorganismen zerstören. Gut aufpassen: Die Flüssigkeit darf nicht über 78°C erhitzen!
  3. Läutern: Nun musst du die Maische filtern. Nimm entweder das Betttuch oder das Sieb dazu. Das Malz und die Flüssigkeit (=Würze) werden durch das Sieb voneinander getrennt. Dieser Vorgang wäscht den verbliebenen Restzucker aus dem Malz.
  4. Mit einer Bierspindel (für ca. 15 € im Handel erhältlich) kannst du die Stammwürze messen. Der Wert gibt dir an, wie viel Gramm Zucker und andere Bestandteile in einem Kilogramm Flüssigkeit gelöst sind. Die Stammwürze entspricht also nicht dem Alkoholgehalt, sondern bezeichnet den Anteil der gelösten unvergorenen Würze, also des Malzes.
    Pils: ca. 11%
    Export: ca. 12%
    Bock: mind. 16%Ist der Wert zu hoch, müssen die zurück gebliebenen Extraktstoffe erneut mit heißem Wasser (nicht über 77° Celsius!) ausgewaschen werden.Ist die Stammwürze zu niedrig, kannst im nächsten Schritt (Würze kochen) mehr Wasser verdampfen lassen.
  5. Hopfenkochen: Es wird auch als Würzekochen bezeichnet. Dieser Vorgang sorgt für das würzige Aroma und den typisch bitteren Geschmack eines Biers. Hierzu musst du die Würze, also die aufgefangene Flüssigkeit, auf 100 Grad erhitzen und ca. 90 Minuten kochen. Die Hitze tötet die Bakterien ab und macht das Bier später haltbar. Der Hopfen kommt portionsweise hinzu. Gib immer mal wieder eine kleine Menge zur Flüssigkeit, nicht alles auf einmal, sondern verteilt. Die erste Gabe ist ausschlaggebend für die Bitternoten. Die zweite Gabe gibt dem Bier seine unverwechselbares Aroma. Je länger und intensiver die Kochung, desto bitterer das Bier. Weniger Hopfen macht das Bier milder und malziger im Geschmack.
  6. Spindeln: Eine kleine Menge des Suds entnehmen und auf ca. 20° C abkühlen lassen. Dann mit der Spindel den Stammwürzegehalt bestimmen. Wenn die Stammwürze zu hoch ist, kannst du vor der Hefe nein paar Eiswürfel hinzugeben. Hinweis: Die Spindel muss steril sein. Also vorher abkochen.
  7. Heißtrubentfernung: Nun musst du den Hopfen und feine Trubstoffe aus der Würze entfernen. Dazu den Sud wieder über ein Tuch in ein neues Behältnis geben. Das Unschöne muss herausgefiltert werden. Der Sud sollte nun dunkel und klar aussehen. Achtung: Auch hier ist es besonders wichtig, steril zu arbeiten.
  8. Gärung: Bei der alkoholischen Gärung kommt Hefe zur Würze hinzu. Sie wandelt den gelösten Zucker in Alkohol und Kohlensäure um. Der Gärprozess dauert ca. 1 Woche. Das Bier nun auf 9 bis 15 Grad herunterkühlen. Dann die Hefe zum sud geben. Eine Stunde lang immer wieder kräftig umrühren, um die Hefe zu belüften. Danach lässt du den Sud abgedeckt stehen. Die Hefe beginnt nun zu arbeiten. Zeigt die Spindel 4 Prozent Würze an, kann das Bier in Flaschen abfüllt werden, wo die Nachgärung beginnt.
  9. Flaschenreifung: Nach der Gärung wird das „Jungbier“ im letzten Schritt in sterile Bierflaschen abgefüllt. Bitte die Flasche nicht ganz voll machen. Sie könenn ansonsten platzen. Bei der so genannten Flaschenreifung erzeugt die Hefe unter Zugabe von etwas Zucker pro Flasche Kohlensäure. Das Bier reift nun nochmal 2 bis 4 Wochen bei Raumtemperatur nach. Öffne die Flaschen ab und zu, damit etwas Kohlendioxid, das während der Nachgärung entsteht, entweichen kann. Anschließend sollte das fertige Bier noch eine Woche im Kühlschrank lagern.
  10. Endlich ist es soweit: Du kannst dein selbst gebrautes Bier genießen.
küche - (Bierglas gelbe Blumen) 5598375
Bier zu Hause brauen ist etwas aufwendig, gelingt aber einwandfrei. (Bild: Pixabay/5598375)

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